Canon 70-200 2.8 L USM – die Wunderwaffe?
11. Juni 2009
Ich fotografiere eigentlich nur mit Festbrennweiten. Aber so ein weißes Obejektiv samt rotem Ring hat doch schon seine Reize. Stellt sich dann noch die Frage ob es eines mit Anfangsblende 4 oder 2.8 sein muss. Und da man aus dem Lesen im Internet, selten schlau wird muss man sich halt mal so ein Objektiv leihen. (Was ich auch als deutlich sinnvoller empfinde, als sich stundenlang in Foren usw. auf zu halten.) Also gesagt getan hier ist es nun das „oldschool“ Canon 70-200 mm 2.8 L USM, ohne IS, welches mir dankenswerter Weise 2 Wochen zur Verfügung steht.

Equipment: Canon 5D Mark II, Canon EF 50 mm, 2x Striplights
Was einem durch Festbrennweiten verwöhnten Canon User, wie mir, sofort ins Auge bzw. die Hand fällt ist das Gewicht. Daran musst ich mich erstmal gewöhnen. Mittlerweile klappt das mit dem Handling aber schon ganz gut und dank Stativschelle kann man das Objektiv auch ohne Probleme auf das Einbein schrauben.
Nächstes Problem ich hatte schon recht lange kein Zoom Objektiv Kamera mehr an der Kamera. Das man Zoomen kann ist zwar toll, wirkt sich aber momentan ehr negativ aus. Der Mensch ist ein Gewöhnungstier & ich habe mich augenscheinlich sehr stark an eine feststehende Brennweite gewöhnt. Anstatt also zu Zoomen gehe ich auch mit dem L-Objektiv ein paar Schritte vor bzw. zurück.
Die 5D Mark II bietet ja bekanntlich eine automatische, wenn gewollte, Korrektur der Vignettierung. Leider ist das mir zur Verfügung stehende Objektiv nicht mit in der Datenbank der 5D Mark II & alle gemachten Bilder leiden unter einer natürlichen Vignette. Zum Teil ergibt dies eine sehr schöne Bildwirkung, aber zum Teil kann es auch sehr störend sein.

Equipment: Canon 5D Mark II, Canon EF 50 mm, 2x Striplights
Wer mit seinem Equipment aufsehen erregen oder sich über seine Technik profilieren möchte, dem sei auf jeden Fall zu diesem bzw. dem aktuellen Canon 70-200 2.8 L USM IS geraten. Denn das kann das Objektiv recht gut. Gute Bilder machen kann es aber so ganz nebenbei auch noch. Allerdings liegt das alles auch ein wenig in der Hand des Fotografen. Wer denkt wenn ich nun solch ein Objektiv mein Eigen nenne, dann mach ich auch gleich die tollsten Bilder, weil machen ja die im Internet auch alle, der liegt falsch.
Ich für meinen Teil muss sagen das ein Canon 70-200 4.0 L USM wahrscheinlich besser zu mir passt. Zum einen ist es leichter & zum anderen brauche ich keine Anfangsblende 2.8. Da ich die meiste Zeit irgendwas zwischen 4.5 und 6.3 genutzt habe. Wenn einmal wenig Licht vorhanden ist, dann kann ich ja immer noch auf meine Festbrennweiten zurück greifen bzw. das geringe ISO Rauschen der Mark II ausnutzen. Was mir aber recht gut gefallen hat, ist der Brennweitenbereich bis 200 mm. Bisher lag meine längste Brennweite bei 85 mm, was mich auch nicht weiter gestört hat aber gerade ganz Körper Aufnahmen bei 200 mm haben eine deutlich andere Wirkung als bei 85 mm. Der Unterschied zwischen Blende 2.8 und 4.0 war mich dabei kaum ersichtlich. Sprich egal.
Fazit:
Wer überlegt sich neues Equipment anzuschaffen, sollte sich das Wunschobjekt leihen und ausgiebig testen. Danach ist man meist schlauer, als nach einer Woche Studiums im Internet.
© 2009 Marcus Hasart
Hier findest du den News Blog zu der Internetpräsenz

11. Juni 2009 um 12:20
Ich wäre mal an Beispielbildern interessiert. Vielleicht kannst mal einige reinstellen.
11. Juni 2009 um 12:23
Keine Angst, Bilder folgen natürlich in den nächsten Tagen!
11. Juni 2009 um 12:41
Ich kann Dir nur zustimmen. Da ich mehr im Pressebereich arbeite, liegen mir die Zoomobjektive eher. Mein altes 2,8/70-200 L USM werde ich für kein Geld der Welt wieder hergeben. Ich habe es jetzt wohl rund 10 Jahre und es ist sowohl optisch als auch mechanisch richtig ge$%… klasse.
11. Juni 2009 um 18:46
Hallo Marcus,
auch ich habe ein 70-200 2.8, zwar für das Lager “N” (oder sollte ich sagen – HATTE)
Mein Fotografieschwerpunkt hat sich seit meinem Wiederanfang in eine andere Richtung entwickelt und so vermiss ich dieses höllenschwere Teil überhaupt nicht. Dennoch ist es ein wunderbares Objektiv und wenn jemand damit was anfangen kann, umso besser!
PS: Dein Artikel wird vorraussichtlich am 15.06.09 auf BlogTimes veröffentlicht.
12. Juni 2009 um 16:14
Hi,
sehr schöner Beitrag und tolle Bilder meines Objektivs
Fluch oder Segen??
Wie du schon geschrieben hast kommt es auf das Einsatzgebiet des Objektivs an.
Ich verwende es machmal bei feierlichen Anlässen und ich muss sagen wenn man nicht unbedingt eine Mark II, mit einem hervorragenden Rauschen, zur verfügung hat ist das Objektiv perfekt dafür. Schlecht ausgeleuchtete Räume und keine Zeit die Festbrennweiten zu wechseln. Dafür habe ich es….
Würde auch gerne mal die Bilder sehen, die du geschossen hast.
Gruß
Ali
13. Juni 2009 um 14:09
Hallo Marcus,
ich nutze selber das 70-200 2.8 und bin am 1.3er Crop total zufrieden mit dem Objektiv, weil es für meine Bedürfnisse das Richtige ist. Das 70-200 ist ein universell einsetzbares Reportagezoom – du kannst es für Konzerte nutzen, für Sport aber auch für Portraits.
Das Objektiv gehört zu meinen Besten und meistgenutzten, was aber weniger am Aussehen, sondern viel mehr am Nutzen liegt. Daher finde ich den folgenden Satz auch leider etwas unpassend: „Wer mit seinem Equipment aufsehen erregen oder sich über seine Technik profilieren möchte, dem sei auf jeden Fall zu diesem bzw. dem aktuellen Canon 70-200 2.8 L USM IS geraten.“
Es mag sicher Leute geben die nach solchen Maßstäben vorgehen aber überwiegend sind wohl eher die Leute, die ein derartiges Objektiv zu schätzen und zu nutzen wissen.
Nichts für ungut.
9. Juli 2009 um 20:27
Du kannst die Vignettierungskorrektur trotzdem machen:
Mit der Software Canon Camera Utility!!! Einfach Kamera an PC – Software aufmachen – Fernbedienung – Und Objektivkorrektur oder so anklicken!!! Dann kannst du alle Objektive auswählen, die du hast und die du zulegen willst. Glaube man kann 40 auf der Kamera speichen.
Grüsse Kusi
9. Juli 2009 um 20:35
Vielen Dank für den Tipp, dass war mir bis jetzt noch nicht bekannt. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus.
30. November 2009 um 23:34
Hallo Marcus!
ich habe ich Fotoladen dann mal beide Linsen an meine 5D Mark II setzen können.
Das 2.8 wirkte wie ein hässlicher beiger Mülleimer an meine chic´n Kamera, und schwer!
Das 100-400 war auch mal dran, ist noch mehr Mülleimer aber eingebildet (oder real?) leichter.
Testfotos 2.8 im Fotoladen: Hell scharf, gute Farbe und Kontraste.
Testfotos 100-400: Deutlich dusterer weniger Kontrast und sichtbarer Schärfeverlust ab 300mm…
Aber dann sah ich das “leckere” 70-200mm 1:4 L IS USM , und habe es ans EF Bajonett geschraubt.
Schlank, elegant, beige, und FEDERLEICHT! Ich reise viel und da zählt jedes Gramm…
Test Offenblende: Minimal weniger Lichtstark (man hat es aber schon im Sucher gemerkt!) Fotos nah dran am 2.8er!
Bei meinem Fullframe Sensor (bis ISO 3200 noch brauchbbare Fotos) bekomme ich ein schönes kreisrundes Bokeh, die Vignette
wird komplett kompensiert, und Fotos sind knack scharf bis in die allerletzten Winkel!
Wer jetzt noch das 2.8er mit sich rumschleppt tut mit irgendwie fast schon leid, ich habe jetzt ein leichtes IMMER-DRAUF Objektiv
gekauft, und da bei Canon die L-Linsen nach Gewicht bezahlt werden … 700 Gramm weniger sind gut für die nächste Reisekasse!
Gut Licht!
Ingo
20. Dezember 2009 um 11:14
Hallo nochmal…
Zum 70-200 1:4 L IS USM kann ich nun auch etwas sehr negatives berichten.
Extremes “Lensflare” bei direktem Gegenlicht. Damit sind Sonnenuntergänge fast nicht zu bebrauchen, zumindest
dann nicht, wenn die Lichtquelle dezentral ist. Im Stadion fällt mir etwas interessantes bei Videos auf:
Das Flaring der IS Linsengruppe rüttelt und flackert hin und her, da sieht mal dann auch mal wie gut das Ding arbeitet!
Also Sonne, Stadionlicht oder starke Halogenlichtquellen direkt auf dem Bild erzeugt schlimme Linsenspiegelungen.
Für solche Aufnahmen ist das L nicht zu gebrauchen, oder haben die mein Meinem die Vergütung vergessen???
Wenn die Lichtquelle nicht auf dem Bild zu sehen ist, beugt die Gegenlichtblende aber gut vor.
Insgesamt macht das kleine L-Tele-Zoom aber tolle Fotos, mit wenig Chroma und krasser Schärfe.
Jetzt weiss ich, wo ich es einsetzen kann und wo besser nicht.
Mein 24-105 L erzeugt auch Flares, aber wesentlich milder und farblich neutraler.
Eventuell sollte ich mir für Sonnenuntergänge ect. dann mal eine schöne 50mm Festbrennweite zulegen, die bringt
dann auch was bei Low-Light. (z.B das Canon 50mm 1:1.4)
Weniger Linsen = weniger Reflexe = Physik (denke ich mal so).
Zooms sind nunmal eine optische Herrausforderung und schwer so zu bauen
dass sie bei jeder Brennweite beste Ergebnisse erzielen.
Das Problem ist am stärksten bei Offenblende.
Direkt ins Halogenspotlicht geknipst: F4 schlimm, bei F8 geht es, ab F11besser!
Also bei Sonne im Rücken 70-200, bei Gegenlicht das muss das 24-105 drauf, so muss ich nun hantieren.
Nobody´s perfekt.
Insgesamt würde ich das 70-200 aber jedem Foto-Freund sehr empfehlen, aber nur mit IS (kommt genial!)
Gruss!
Gut´s Licht!
Ingo
12. Mai 2010 um 10:35
[...] ich den Artikel zum Canon 70-200 2.8 veröffentlicht habe häuften sich die Fragen nach Bildern. Dem will ich [...]